STIMMSTÖRUNGEN (DYSPHONIEN)

 

Die menschliche Stimme ist ein wesentlicher Aspekt in der Kommunikation. Sie entsteht durch das perfekte Zusammenspiel und die exakte Abstimmung von Atmung, Stimmlippen- und Sprechbewegungen. Diese sind die kompliziertesten Bewegungen, zu denen der Mensch fähig ist. Nicht nur das Zusammenspiel bestimmter Muskelgruppen ist für eine normale Stimme verantwortlich, sondern der Mensch in seiner Ganzheit. Die Persönlichkeit des Menschen findet Ausdruck in seiner Stimme.

 

Organische Dysphonie

Unter organischen Dysphonien versteht man Stimmstörungen aufgrund von organischen Veränderungen, zB infolge eines Traumas oder Tumors. Auch nach Schilddrüsenoperationen (Strumektomie) kommt es häufig zu Stimmstörungen, die einer logopädischen Therapie bedürfen.

 

Funktionelle Dysphonie

Stimmstörungen ohne zugrundeliegender organischer Pathologie bezeichnet man als funktionelle Dysphonien. Diese können durch falschen Gebrauch der stimmgebenden Strukturen (Stimmbänder, Artikulationsorgane) bzw falsche Atmung und Haltung entstehen. Bei Nichtbehandlung können diese jedoch in der Folge auch zu organischen Dysphonien führen (sekundär organische Dysphonie), zB in Form von Stimmbandknötchen.

Vor allem in Sprechberufen Tätige (LehrerInnen, KindergärtnerInnen, AnwältInnen, Call-Center-Mitarbeiter) leiden durch ständige Überbeanspruchung der Stimmbänder häufig unter funktionellen Dysphonien.

 

 Anzeichen einer Stimmstörung

  • Heiserkeit: schwacher oder rauer Stimmklang, vorübergehendes Stimmversagen bis Stimmlosigkeit
  • Verminderte Belastbarkeit der Stimme: vorzeitige Stimmermüdung, Sprechanstrengung, Atemnot bzw. Luftknappheit beim Sprechen („Schnappatmung“)
  • Falsche Stimmlage oder ungünstige Lautstärke
  • Druckgefühl und Missempfindungen im Kehlkopf und Halsbereich
  • Husten und Räusperzwang

 


Therapie

Folgende Schwerpunkte sind in der logopädischen Stimmtherapie enthalten:

 

  • Verbesserung der Körperwahrnehmung
  • Regulierung der Körperspannung: durch Lockerungs- und Entspannungsübungen bzw. Spannungsaufbau
  • Arbeit an der Qualität von Körperhaltung und Bewegung (effizienter und ökonomischer Umgang)
  • Erlernen einer physiologischen Atmung und Erweiterung der Atemräume
  • Verbesserung der Stimmproduktion (Resonanz)
  • Verbesserung der Artikulation
  • Transfer der Therapieinhalte in den privaten und beruflichen Alltag